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Die ersten Kommandos: Name, „Hier“, „Pfui“
Wie der Welpe lernt, auf seinen Namen zu hören, auf Zuruf zu kommen, sich zu setzen, Verbotenes liegen zu lassen und an der Leine mitzugehen.
Redaktioneller Entwurf · Stand: 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
- Übt jeweils ein paar Minuten, aber täglich. Lange Einheiten braucht ein Welpe nicht.
- Hat er es richtig gemacht: sofort Leckerli und Lob. Schreien und Strafen schaden nur.
- Fangt zu Hause an, in Ruhe. Klappt es nicht, macht die Aufgabe leichter.
- Für jedes Kommando ein Wort, dasselbe in der ganzen Familie.
So wird geübt
Unsere Welpen ziehen mit zwei Monaten in ihre neuen Familien und kennen noch keine Kommandos. All das beginnt erst bei euch zu Hause.
Es gibt einen Weg: Der Welpe hat getan, was er sollte, und bekommt sofort ein Leckerli. Die AVSAB, die Gesellschaft der tierärztlichen Verhaltensmediziner, rät, Hunde ausschließlich über Belohnung zu trainieren: zeigen, was sie tun sollen, statt Unerwünschtes zu bestrafen.
Schreien, Leinenruck und Zwang bewirken das Gegenteil. Laut der AVSAB-Übersicht werden Hunde danach häufiger ängstlich und aggressiv, lernen weniger gern und gehen seltener von sich aus auf Menschen zu. Schimpfen kommt meist auch zu spät: Der Welpe versteht nicht, wofür.
Eine Einheit soll kurz sein. Der AKC rät zu 5–10 Minuten und dazu, mit einem gelungenen Versuch aufzuhören. Nehmt kleine Leckerlis. Ihr könnt dafür einen Teil der Tagesration Futter zurücklegen.
Der Name
Fangt in einem ruhigen Zimmer an. Sagt den Namen einmal. Schaut der Welpe euch an, gebt sofort ein Leckerli. Mehr verlangt ihr in diesem Moment nicht: Belohnt wird genau der Blick.
Battersea rät, das mindestens zehnmal am Tag zu wiederholen, aus ein bis zwei Schritten Entfernung.
Reagiert er nicht, wiederholt den Namen nicht immer wieder. So lernt der Welpe, ihn zu überhören. Geht lieber ein Stück weg und lockt ihn mit Bewegung oder einer fröhlicheren Stimme.
„Hier“
Mit diesem Kommando beginnt ihr, wenn der Welpe sicher auf seinen Namen reagiert. Dogs Trust schlägt ein kurzes Wort und eine Geste dazu vor, zum Beispiel weit ausgebreitete Arme.
- Sagt im Zimmer den Namen, dann das Kommando, und geht einen Schritt zurück.
- Kommt er angelaufen: Leckerli und Lob. Greift nicht nach ihm.
- Vergrößert die Entfernung nach und nach.
Ein paar Regeln:
- Lobt jedes Kommen, egal wie lange der Welpe gebraucht hat. Wer schimpft, zu dem kommt er beim nächsten Mal noch widerwilliger.
- Wartet mindestens fünf Sekunden, bevor ihr ein zweites Mal ruft.
- Seht ihr, dass er nicht kommen wird, ruft nicht. Sonst gewöhnt er sich daran, dass man das Kommando überhören kann.
Draußen übt ihr zuerst an einer langen Leine, die am Geschirr befestigt ist. Den Welpen daran heranzuziehen ist tabu.
„Sitz“
Haltet ein Leckerli an die Nase des Welpen und führt es langsam nach oben und etwas nach hinten, über den Kopf. Die Nase folgt der Hand, und die Hinterbeine knicken von selbst ein. Sitzt er, sagt „Sitz“ und gebt sofort das Leckerli. Drückt nicht mit den Händen auf den Rücken.
Im Alltag ersetzt dieses Kommando das Anspringen. Dogs Trust rät, den Welpen sitzen zu lassen, wenn jemand auf ihn zukommt, und nur den zu begrüßen, der sitzt.
„Pfui“
Auf Deutsch sagt man „Pfui“, „Nein“ oder „Aus“; das letzte bedeutet meist „Gib her, was du im Maul hast“. Im Ukrainischen heißt es üblicherweise „фу“. Wählt ein Wort und bleibt dabei.
Das Wort allein bringt dem Welpen nichts bei. Laut gesagt, wird es für manche sogar zur Belohnung: Man hat mich angesehen und angesprochen. Deshalb wird dieses Kommando genauso geübt wie die anderen. So macht es Dogs Trust:
- In der einen Hand Leckerlis, in der anderen etwas Uninteressantes: ein Stück Papier, ein Schwamm, ein Trockenfutterkorn.
- Haltet das Uninteressante hin und lasst ihn schnuppern. Wendet sich der Welpe ab oder geht weg, gibt es ein Leckerli aus der anderen Hand.
- Wenn er sich jedes Mal abwendet, sagt davor „Pfui“.
- Dann nehmt ihr interessantere Dinge und übt an anderen Orten.
Die Leine
Bei Fuß gehen kann man schon vor dem ersten Ausgang üben. Auch Dogs Trust rät, zu Hause zu beginnen, wo es ruhig ist. Zuerst ohne Leine: Der Welpe steht oder geht neben eurem Bein und bekommt Leckerlis. Dann mit Leine, immer ein paar Schritte.
Es gibt eine Regel: Sobald die Leine straff wird, bleibt stehen und wartet schweigend, bis sie durchhängt. Nicht rucken, nicht schimpfen. Wir raten zum Geschirr statt zum Halsband. Es soll flach und bequem sein.
Über die ersten Ausgänge steht mehr im Beitrag über Spaziergänge.
Wenn es nicht klappt
Geht einen Schritt zurück zu dem, was dem Welpen schon gelungen ist, und macht langsamer weiter. Räumt weg, was ablenkt, oder nehmt bessere Leckerlis. Beendet die Einheit mit etwas, das er schon kann.
Welpenkurse befürworten wir: Wenn ihr Zeit habt und eine Hundeschule in der Nähe ist, ist das sehr nützlich. Die RSPCA rät, zuerst ohne Hund eine Stunde zu besuchen und hinzusehen:
- Es wird über Leckerlis, Spiel und Spielzeug trainiert, nicht über Angst, Schmerz, Würgehalsbänder oder Schreien.
- In der Gruppe sind nicht mehr als acht Welpen auf einen Trainer und einen Helfer.
- Es geht ruhig zu, die Hunde ducken sich nicht.
Die AVSAB ergänzt: Um einen Trainer, der von „Dominanz“ und „Rudelführer“ spricht, macht man besser einen Bogen.
Quellen & Einordnung
- AVSAB: Positionspapier zum tiergerechten Hundetraining (PDF)
- AKC: fünf einfache Kommandos für Welpen
- PDSA: Grundkommandos für Welpen
- Dogs Trust: dem Hund seinen Namen beibringen
- Battersea: dem Hund seinen Namen beibringen
- Dogs Trust: Rückruf üben
- Dogs Trust: das Kommando „Lass es“
- Dogs Trust: Anspringen abgewöhnen
- Dogs Trust: entspannt an der Leine gehen
- RSPCA: einen Hundetrainer auswählen
Der Text stützt sich auf die genannten Quellen, Stand 13. Oktober 2026.