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Die ersten Hausregeln
Was ihr in den ersten Tagen festlegt: Schlafplatz, Sofa, Essen vom Tisch, Zwicken, Anspringen, Schlaf und der Umgang von Kindern mit dem Welpen.
Redaktioneller Entwurf · Stand: 13. Oktober 2026
Kurz gesagt
- Legt die Regeln in den ersten Tagen fest, und haltet euch alle daran.
- Zwickt er in die Hände: Spiel beenden und ihm ein Spielzeug geben, sobald er ruhig ist. Nicht schreien, nicht strafen.
- Ein Welpe braucht viel Schlaf. Wenn er schläft, lässt ihn jeder in Ruhe.
- Ein Kind trägt den Welpen nicht herum und rennt ihm nicht hinterher.
Sprecht euch in der Familie ab
Setzt euch zusammen und entscheidet: Wo schläft der Welpe, darf er aufs Sofa, wer füttert wann, bekommt er etwas vom Tisch, in welche Zimmer darf er. Der AKC rät, die Liste kurz zu halten und sichtbar aufzuhängen, zum Beispiel am Kühlschrank. Eine lange Liste verwirrt Menschen und Welpen.
Einigt euch auch auf die Wörter: Für eine Sache sagen alle im Haus dasselbe Kommando.
Es kommt nicht auf Strenge an, sondern darauf, dass alle gleich handeln. Dogs Trust schreibt, dass genau das dem Welpen hilft zu verstehen, was von ihm erwartet wird.
Körbchen und Sofa
Das Körbchen steht an einem ruhigen Platz, abseits vom Trubel, und dort stört den Welpen niemand. Wie die erste Nacht abläuft, steht im Beitrag über die ersten Tage.
Beim Sofa entscheidet gleich. Einem Welpen, der von klein auf hinaufdurfte, ist später schwer zu erklären, dass er dort nichts zu suchen hat. Wenn ihr es erlaubt, dann nur, wenn ihr dabei seid und ihn selbst gerufen habt. Ist er ohne Erlaubnis hinaufgeklettert, setzt ihn ruhig auf den Boden.
Unsere Hunde dürfen aufs Sofa und ins Bett. Pudel sind sprungfreudig: Ein erwachsener Toy- oder Zwergpudel springt problemlos hinauf und hinunter. Solange der Welpe aber klein ist, nehmt ihn besser nicht mit ins Bett oder hebt ihn jedes Mal selbst herunter, damit er nicht springt.
Beim kleinen Pudel gibt es noch einen Grund zur Vorsicht. VCA schreibt, dass sich kleine Hunde schon bei Stürzen aus geringer Höhe verletzen und Hunde von Toy-Rassen sich die Beine gebrochen haben, als sie nur vom Sofa sprangen. Stufen oder eine Rampe am Sofa mildern solche Sprünge, wie der AKC empfiehlt.
Futter und Tisch
Die Näpfe stehen getrennt vom Körbchen. Die Regel für den Tisch formuliert Battersea so: Der Hund bekommt nie Essen vom Tisch, vom Sofa oder von dort, wo ihr esst. Und daran halten sich alle.
„Nur dieses eine Mal“ versteht ein Hund nicht. Er merkt sich, dass Hartnäckigkeit sich lohnt.
Bettelt der Welpe schon, seht ihn nicht an und sprecht nicht mit ihm, bis ihr fertig seid. Auch nicht, um „Schluss“ zu sagen. Ihr könnt ihn füttern, wenn ihr euch selbst zum Essen setzt: Dann ist er mit seinem Napf beschäftigt.
Zwickt in die Hände, kaut an Sachen
Ein Welpe schnappt nicht aus Bosheit zu. Laut Dogs Trust gehört das zur normalen Entwicklung: So erkundet er die Welt und fordert zum Spielen auf. Weitere Gründe sind Zahnwechsel, Langeweile, überschäumende Freude oder Müdigkeit.
Wenn der Welpe nach der Hand geschnappt hat:
- Bleibt stehen. Das Spielzeug senkt ihr oder nehmt es hinter den Rücken.
- Verschränkt die Arme und dreht euch weg. Wenn ihr auf dem Boden gesessen habt, steht auf.
- Hört er nicht auf, geht kurz hinter die Tür oder das Gitter.
- Hat er sich beruhigt, kommt zurück, gebt ihm ein Spielzeug und spielt weiter.
Zieht die Hand nicht weg: Für den Welpen ist das ein Spiel. Spielt nicht mit Händen oder Füßen mit ihm. Schreit nicht und stoßt ihn nicht weg, das macht ihn nur nervöser und ängstlicher.
Am besten seid ihr schneller. Seht ihr, dass der Welpe aufdreht, gebt ihm ein Spielzeug, bevor er nach der Hand greift.
Damit er nicht an Möbeln und Kabeln kaut, räumt aus seiner Höhe weg, was geht, und sperrt Zimmer, in denen ihr ihn nicht im Blick habt, mit einem Gitter ab. Gebt ihm mehrere verschiedene Kauspielzeuge, tauscht sie alle paar Tage aus und lobt ihn, wenn er an seinen eigenen Sachen kaut.
Im Zahnwechsel geben wir getrocknete Sehnen aus dem Zoofachhandel zum Kauen. Dort gibt es auch Gelatinestangen, aber manche Hunde bekommen davon Durchfall. Dann hört damit auf und gebt einen Gummiknochen.
Für Angekautes zu schimpfen, das ihr erst später findet, ist zwecklos: Der Welpe versteht nicht, wofür.
Begrüßen ohne Anspringen
Ein Welpe springt Menschen an, weil er sich freut. Und er macht es weiter, wenn es funktioniert. Aufmerksamkeit bekommt er deshalb nur, wenn alle vier Pfoten auf dem Boden sind.
Springt er hoch, verschränkt die Arme, dreht euch zur Seite und schweigt. „Nein, runter“ ist für den Welpen auch Aufmerksamkeit: Man hat ihn angesehen und angesprochen. Sobald die Pfoten unten sind, begrüßt ihn.
Erklärt das Gästen, bevor sie hereinkommen.
Schlaf
Der Tag eines Welpen verläuft in Wellen: Morgens ist er aktiv, dann schläft er; mittags spielt er wieder und schläft wieder; abends noch einmal, und dann schläft er bis zum Morgen. Ein unausgeschlafener Welpe rennt mehr herum und zwickt mehr, deshalb gönnt ihm nach Spiel, Spaziergang oder Übung eine Pause.
Tagsüber soll sich der Welpe richtig austoben. Dann schläft er nachts fest und lässt auch euch schlafen.
Die Regel für alle im Haus: Ein schlafender Welpe wird nicht geweckt.
Kinder und Welpe
Lasst ein kleines Kind und den Welpen nicht einmal für ein paar Minuten allein. Die übrigen Regeln gelten für das Kind:
- Wir tragen den Welpen nicht herum, schon gar nicht auf der Treppe. Wir kennen einen Fall, in dem ein Kind mit dem Welpen auf dem Arm die Treppe im Haus hinaufging und stürzte. Der Welpe ist gestorben. Wer ihn halten möchte, setzt sich auf den Boden und ruft ihn.
- Kommt er nicht oder geht er weg, drängen wir nicht und laufen nicht hinterher.
- Wir jagen den Welpen nicht, rennen und schreien nicht neben ihm: Das dreht ihn auf, und er fängt an zu schnappen.
- Wir fassen ihn nicht an, wenn er schläft oder frisst.
- Das Gesicht halten wir von seiner Schnauze fern.
Ein Toypudel in einer Familie mit einem Kind von etwa acht Jahren ist nach unserer Erfahrung völlig in Ordnung. Wir achten aber mehr auf die Erwachsenen: Für den Welpen sind sie verantwortlich.
The Royal Kennel Club rät, Kindern klar zu sagen, dass ein Welpe weder Spielzeug noch Puppe ist. Wenn einer von beiden zu sehr aufdreht, trennt sie mit einem Gitter oder einem Welpenauslauf.
Quellen & Einordnung
- AKC: Hausregeln für den neuen Welpen
- Dogs Trust: gute Gewohnheiten für Welpen
- Dogs Trust: dem Welpen das Einleben erleichtern
- Dogs Trust: Zwicken und Kauen – Ursachen und was hilft
- Dogs Trust: Anspringen abgewöhnen
- Battersea: Betteln abgewöhnen
- PDSA: Grundkommandos für Welpen
- PDSA: Kinder und Hunde
- The Royal Kennel Club: Sicherheit von Kindern im Umgang mit Welpen
- VCA: Erste Hilfe nach einem Sturz
- AKC: Pflege von Toy-Rassen
Der Text stützt sich auf die genannten Quellen, Stand 13. Oktober 2026.