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Krankheiten & Symptome / 5 Min. Lesezeit

Juckreiz, Flöhe und Allergien: So finden Sie die Ursache

Wie Sie Ihren Hund auf Flöhe untersuchen, woran Sie Flohjuckreiz von einer Allergie unterscheiden und wann Sie mit dem Kratzen zum Tierarzt gehen.

Redaktioneller Entwurf · Stand: 13. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Wenn sich Ihr Hund jeden Tag mehrmals kratzt, hat das einen Grund. Schauen Sie als Erstes nach Flöhen.
  • Flöhe sucht man mit einem engen Kamm und einem feuchten Tuch. Die Flöhe selbst sieht man vielleicht nicht, ihren Kot schon.
  • Die Stelle, an der es juckt, gibt einen Hinweis auf die Ursache: hintere Körperhälfte – eher Flöhe; Pfoten, Schnauze und Ohren – eher eine Allergie.
  • Das Flohmittel sucht der Tierarzt aus. Shampoo oder Salbe, solange die Ursache nicht geklärt ist – das ist Behandeln ins Blaue hinein.

Wann das Kratzen zu viel ist

Sich ein-, zweimal am Tag zu kratzen ist normal. Die PDSA meint: regelmäßig mehr als vier- bis fünfmal am Tag ist es das nicht mehr. Dasselbe gilt für einen Hund, der immer an derselben Stelle knabbert oder leckt.

Juckreiz erkennen Sie auch an den Spuren: kahle Stellen, Rötungen, Ausschlag, Kratzwunden von den Krallen, dunkel gewordene und verdickte Haut. Vom ständigen Lecken verfärbt der Speichel das Fell. Manche Hunde kratzen und lecken sich heimlich, wenn niemand hinsieht, deshalb sieht man die Spuren manchmal früher als das Kratzen selbst.

So untersuchen Sie auf Flöhe

In dichtem, lockigem oder dunklem Fell sind Flöhe kaum zu sehen. Die Parasitologen von ESCCAP raten deshalb, sich nicht auf den Blick zu verlassen, sondern den Hund auszukämmen:

  1. Nehmen Sie einen sehr engen Flohkamm.
  2. Kämmen Sie das Fell direkt an der Haut durch.
  3. Alles, was im Kamm hängen bleibt, legen Sie auf ein feuchtes Papiertuch oder Handtuch.

Liegen auf dem Tuch dunkelbraune Krümel, die wie Kaffeesatz aussehen, und breitet sich um sie herum ein rötlicher Fleck aus, dann ist das Flohkot. Darin steckt unverdautes Blut, deshalb färbt er das Papier. Der Hund hat Flöhe, auch wenn Sie keinen einzigen gesehen haben.

Ein sauberer Kamm heißt noch nicht, dass keine Flöhe da sind. Einem Hund mit einer Allergie gegen Flohspeichel reicht ein einziger Stich, damit es tagelang juckt, und der Floh selbst bleibt nicht lange auf ihm.

Flöhe oder etwas anderes

Ursache Wo es juckt Was noch darauf hinweist
Flöhe Rutenansatz, Bauch, Hinterbeine Der Juckreiz nimmt nach und nach zu. Auf dem Tuch liegt Flohkot.
Flohspeichelallergie Von der Rückenmitte bis zur Rute und an den Hinterbeinen hinunter Es juckt sehr stark, das Fell bricht ab und fällt aus, auf der Haut sind Knötchen. Flöhe findet man oft keine.
Atopische Dermatitis (Allergie gegen etwas, das in der Luft ist) Pfoten, Schnauze, Ohren, Vorderbeine, Bauch Der Hund leckt und beknabbert die Pfoten und reibt sich die Schnauze. Sie beginnt meist zwischen sechs Monaten und drei Jahren, oft saisonal.
Futtermittelallergie Überall möglich Es juckt das ganze Jahr über gleich stark.
Milben, Läuse, Bakterien, Hefepilze, Hautpilz Unterschiedlich Auseinanderhalten kann das nur der Tierarzt.

Die Tabelle zeigt, wo man suchen kann, eine Diagnose stellt sie nicht. Manchmal gibt es zwei Ursachen gleichzeitig: Aufgekratzte Haut entzündet sich, und zum ersten Problem kommt eine Infektion dazu.

Noch zwei Beobachtungen aus dem MSD-Handbuch. Bei einem Teil der Hunde mit Atopie ist das einzige Anzeichen eine Ohrenentzündung, die immer wiederkommt. Und eine Futtermittelallergie findet man weder mit einem Bluttest noch mit einem Hauttest: Zuverlässig zeigt sie nur eine Ausschlussdiät, die der Tierarzt verordnet und begleitet. Sie dauert bis zu drei Monate, und in dieser Zeit darf der Hund nichts anderes bekommen – keine Leckerlis und kein Essen vom Tisch.

Die PDSA nennt noch eine Ursache aus dem Alltag: Der Hund kann auf ein Waschmittel oder ein Putzmittel reagieren. Wenn der Juckreiz nach einem neuen Mittel angefangen hat, sagen Sie das dem Tierarzt.

Wenn es Flöhe sind

Wirksame Flohmittel gibt es beim Tierarzt: Tabletten, Spot-on-Tropfen für den Nacken, Sprays, Halsbänder. ESCCAP rät, sich an die Empfehlung des eigenen Tierarztes zu halten und sich nicht auf ungeprüfte Hausmittel zu verlassen. Die Präparate wirken unterschiedlich lange – von vier Wochen bis zu acht Monaten –, und genau in diesem Abstand muss man die Behandlung wiederholen. Einem Welpen darf man ein Mittel erst ab dem Alter geben, das für dieses Präparat angegeben ist. Beim kleinen Pudel kommt es auch aufs Gewicht an, deshalb taugt das Mittel „vom Hund der Nachbarn“ nicht.

Was Sie noch wissen sollten:

  • Auf dem Hund sitzen nur erwachsene Flöhe. Die Eier fallen dort herunter, wo er liegt, und Larven und Puppen entwickeln sich in Ritzen. Den Puppen können die Mittel wenig anhaben, deshalb muss man die Schlafplätze des Hundes länger behandeln.
  • Flöhe gibt es das ganze Jahr. Draußen sind es im Frühling und Sommer am meisten, aber in einer geheizten Wohnung geht es ihnen auch im Winter gut.
  • Flöhe übertragen Bandwürmer. Zusammen mit der Flohbehandlung wird der Hund auf Würmer untersucht oder bekommt ein Mittel dagegen. Mehr dazu steht im Beitrag über Erreger und Parasiten.
  • Ein Hund mit Flohspeichelallergie braucht den Schutz dauerhaft, auch wenn keine Flöhe zu sehen sind.

Über Zecken, die man anders entfernt, gibt es einen eigenen Beitrag über Zecken.

Wann zum Tierarzt

Die PDSA rät, nicht abzuwarten: Wenn sich der Hund mehr kratzt als sonst, gehen Sie mit ihm zum Tierarzt und fangen Sie zu Hause keine Behandlung an, solange die Ursache nicht gefunden ist. Welche Behandlung nötig ist, hängt allein von der Ursache ab.

Schieben Sie den Besuch nicht auf, wenn:

  • der Hund sich die Haut wund gekratzt hat oder sie nässende Stellen hat;
  • kahle Stellen, Krusten oder ein unangenehmer Geruch aufgetreten sind;
  • er den Kopf schüttelt und das Ohr rot ist und riecht – dazu mehr im Beitrag über die Ohren;
  • der Juckreiz jedes Jahr zur selben Zeit wiederkommt oder gar nicht aufhört.

Schreiben Sie vor dem Besuch auf, seit wann es juckt, an welchen Stellen, ob es von der Jahreszeit abhängt, was Sie füttern und wann Sie zuletzt gegen Flöhe und Zecken behandelt haben.

Quellen & Einordnung

Der Text stützt sich auf die genannten tierärztlichen Quellen und ersetzt nicht die Untersuchung beim Tierarzt. Stand 13. Oktober 2026.