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Krankheiten & Symptome / 4 Min. Lesezeit

Rauchen in der Nähe des Pudels schadet dem Hund

Warum Rauch und Aerosol von Zigaretten, E-Zigaretten, Cannabis und Shisha einem kleinen Hund schaden.

Redaktioneller Entwurf · Stand: 12. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Der Hund atmet dieselbe Luft wie Sie, aber sein Körper ist viel kleiner.
  • Jeder Rauch und jedes Aerosol schadet: von Zigaretten, E-Zigaretten, Cannabis, Shisha.
  • Studien bringen Passivrauchen mit Krebs der Nasenhöhle und der Lunge bei Hunden in Verbindung.
  • Am einfachsten ist es, dort nicht zu rauchen, wo der Hund atmet.

Warum es für einen kleinen Hund schlimmer ist

„Ich gebe dem Hund ja keine Zigarette, er ist nur im selben Zimmer“ – das hören wir oft. Es geht aber nicht um die Zigarette, sondern um die Luft, die der Hund atmet.

Toy- und Zwergpudel haben ein kleines Lungenvolumen und einen schnelleren Stoffwechsel. Dazu kommt: Toypudel gehören zu den Rassen, die zu einer Verengung der Luftröhre neigen, und Tabakrauch reizt sie. Womit der Körper eines erwachsenen Menschen noch irgendwie fertigwird, das schafft ein kleiner Hund nicht mehr.

Was genau geraucht wird, ist nicht so wichtig. Es zählt, dass Schadstoffe in der Luft sind.

Zigaretten

Zigarettenrauch enthält Nikotin, Kohlenmonoxid, Teer, Formaldehyd und krebserregende Stoffe.

Die Folgen sieht man nicht sofort. Zuerst hustet der Hund vielleicht, seine Augen entzünden sich öfter oder er bekommt eine Allergie. Wenn er den Rauch ständig einatmet, steigt das Risiko für schwere Krankheiten: Studien bringen Passivrauchen mit Krebs der Nasenhöhle und der Lunge bei Hunden in Verbindung, außerdem mit häufigeren Problemen an den Augen und beim Atmen (FDA, VCA).

Um Krebs der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen bei Haushunden und Tabakrauch geht es in der Studie von Reif J. S., Bruns C., Lower K. S. „Cancer of the nasal cavity and paranasal sinuses and exposure to environmental tobacco smoke in pet dogs“, American Journal of Epidemiology, 1998; 147(5): 488–492.

Der Rauch setzt sich auf dem Fell, auf Teppichen und Möbeln ab. Der Hund nimmt diese Rückstände über die Haut auf, atmet sie mit dem Staub ein und leckt sie ab, sodass die Schadstoffe auch noch in den Magen gelangen.

E-Zigaretten

Sie gelten oft als weniger gefährlich. Nikotin, Propylenglykol, Glycerin und Aromastoffe gelangen aber genauso in die Zimmerluft, nur als feines Aerosol. Die FDA schreibt, dass dieses Aerosol nicht nur Sie einatmen, sondern auch die Tiere in Ihrer Nähe. Wie genau es auf Hunde wirkt, ist wenig erforscht; für ungefährlich sollten Sie es deshalb nicht halten.

Am gefährlichsten ist die Flüssigkeit selbst. Wenn der Hund eine Kartusche zerbeißt oder an die Flüssigkeit herankommt, kann er sich mit Nikotin vergiften, und ein Gegengift dafür gibt es nicht (FDA). Für einen Hund, der weniger als viereinhalb Kilogramm wiegt, kann schon eine einzige Kartusche tödlich sein. Bringen Sie ihn sofort zum Tierarzt.

Cannabis

Auch medizinisches Cannabis ist für den Hund nicht ungefährlich. Dass ein Arzt es einem Menschen verschrieben hat oder dass das Gesetz es erlaubt, ändert daran nichts.

Im Rauch sind Verbrennungsprodukte und psychoaktive Stoffe, darunter THC. Hunde haben im Gehirn mehr Rezeptoren für Cannabinoide, deshalb wirkt Cannabis bei ihnen stärker. Der Hund kann schwanken, zittern, sehr schlapp sein, Urin verlieren.

Am häufigsten vergiftet sich ein Hund, wenn er das Cannabis selbst oder Esswaren mit Cannabis frisst (ASPCA). Er kann es aber auch mit dem Rauch einatmen.

Shisha

Das Wasser in der Shisha reinigt den Rauch nicht – das ist ein Mythos.

Shisha raucht man lange, meist etwa eine Stunde, also sammelt sich viel Rauch im Raum. Außerdem erzeugt die Kohle Kohlenmonoxid: In sieben Shisha-Bars in Baltimore hat man mehr davon gemessen als in Bars, in denen Zigaretten geraucht werden.

Was Sie tun können

Rauchen Sie nicht dort, wo der Hund atmet.

Der Hund sagt nicht, dass es ihm schlecht geht. Er macht kein Fenster auf und geht nicht von selbst aus dem Zimmer. Oft sieht man nur eines: Er ist unruhig oder versteckt sich vor allen.

Ein Pudel, der mit Ihnen auf dem Sofa sitzt, auf Ihrem Arm liegt oder zu Ihren Füßen schläft, hat keine andere Luft als die in Ihrem Zuhause. Für saubere Luft zu sorgen ist dasselbe, wie für gutes Futter, Pflege und Untersuchungen beim Tierarzt zu sorgen.