Welpenwahl & Papiere 6 Min. Lesezeit
Wie Sie einen Toypudel-Welpen aussuchen
Welche Züchter es gibt, wie Sie einen Toy- oder Zwergpudel-Welpen anschauen und welche Papiere da sein müssen.
Redaktioneller Entwurf · Stand: 12. Oktober 2026
Kurz gesagt
- Schauen Sie, wie viele Hunde der Züchter hat und wie sie leben. Wir raten zu Züchtern mit 5–6 Hunden, von „Hundefarmen“ raten wir ab.
- Schauen Sie sich den Welpen selbst an: Meist haben Sie dafür 30–40 Minuten. Wenn Sie zweifeln, vereinbaren Sie, dass ihn vor dem Kauf ein Tierarzt untersucht.
- Kaufen Sie keinen Welpen, der noch keine 8 Wochen alt ist: In Deutschland verbietet das Gesetz, ihn früher von der Mutter zu trennen.
- Im Vertrag muss stehen, dass Sie den Hund zurückgeben können, wenn sich bei ihm ernste Gesundheitsprobleme zeigen.
Welche Züchter es gibt
Liebhaberzüchter
Sie züchten aus Freude an den Hunden und haben meist nicht mehr als drei Zuchttiere.
Vorteile. Es sind wenige Hunde, also ist es leichter, sich um sie zu kümmern: Gassi gehen, sauber machen, gegen Parasiten behandeln, impfen, rechtzeitig scheren. Vom Verkauf der Hunde leben diese Leute nicht. Wenn Sie ihnen sympathisch sind, lässt sich mit ihnen leichter über einen Nachlass reden.
Liebhaberzüchter sind oft Mitglied in Hundeverbänden unter dem Dach der FCI (Fédération Cynologique Internationale) und fahren auf Ausstellungen. Sehr viele Rassen leben gerade von solchen Menschen. Die professionellen Züchter allein würden für die Zuchtarbeit nicht reichen.
Nachteile. Einem Liebhaberzüchter kann Wissen fehlen, und dann macht er Fehler. Stellen Sie Fragen und prüfen Sie die Antworten nach. Wenn jemand sein Handwerk versteht, können Sie den Welpen ruhig bei ihm kaufen.
Professionelle Züchter
Das sind Mitglieder von FCI-Hundevereinen, die nach den Standards der FCI arbeiten. Die FCI hat ihre eigene Qualitätskontrolle: In die Zucht kommen die besten Hunde der Rasse. Solche Züchter geben viel dafür aus, dass die Hunde gut leben, für den Tierarzt, die Fellpflege und die Vorsorge.
Vorteile. Der Welpe ist höchstwahrscheinlich gesund.
Nachteile. Die Welpen sind teuer, weil Pflege und Papiere einiges kosten.
Wir raten zu Züchtern mit wenigen Hunden, zum Beispiel 5–6. Sind es mehr als 10, ist es sehr schwer, alle gut zu versorgen und alles sauber zu halten. In großen Zwingern setzen sich manchmal Infektionen fest, die man jahrelang nicht ganz loswird. Schauen Sie deshalb zuerst, ob es dort sauber ist.
Um „Hundefarmen“ raten wir einen Bogen zu machen. Das sind Zwinger, in denen Hunde wie am Fließband gezüchtet und zu 20, 30 oder 50 gleichzeitig gehalten werden. Dass der Besitzer Mitglied in einem FCI-Verein ist, ändert daran nichts.
Zufallszüchter
Sie züchten Hunde, obwohl ihnen dafür Erfahrung oder Wissen fehlt.
Vorteile. Der Welpe kostet weniger.
Nachteile. Sehr leicht kaufen Sie einen kranken Welpen. Hier machen solche Züchter meist Fehler:
- sie verpaaren nahe Verwandte;
- sie achten nicht auf die Größe: kleiner Rüde und große Hündin;
- sie kombinieren Farben unglücklich, zum Beispiel rote Pudel mit braunen.
Es kommen genetische Probleme und zuchtausschließende Fehler vor. Papiere hat der Hund nicht, er lebt unter fragwürdigen Bedingungen, und Ihre Fragen kann der Besitzer nicht beantworten.
Wie Sie die Gesundheit prüfen
Schauen Sie sich den Welpen zuerst selbst an. Meist lassen die Verkäufer Sie 30–40 Minuten mit ihm verbringen. Das reicht, um zu sehen, in welchem Zustand er ist.
Bleiben Zweifel, vereinbaren Sie mit dem Züchter, dass ein Tierarzt den Welpen vor dem Kauf untersucht. Den Kaufvertrag können Sie gleich in der Praxis unterschreiben. Die Untersuchung kostet Geld, und auf den Termin müssen Sie vielleicht warten.
Der Befund des Tierarztes sagt nur, wie der Welpe am Tag der Untersuchung war, und gilt ein paar Tage.
Woran Sie einen gesunden Welpen erkennen
- Verhalten. Lebhaft, verspielt, neugierig. Geht gern auf Menschen und andere Tiere zu.
- Augen. Klar, sie tränen nicht und sind nicht gerötet. Die Bindehaut ist rosa, nicht entzündet.
- Fell. Weich, dicht, ohne kahle Stellen und Schuppen. Die Farbe ist gleichmäßig, ohne stumpfe Stellen.
- Ohren. Sauber: wenig Ohrenschmalz, sie riechen nicht und sind nicht entzündet.
- Haut. Ohne Ausschlag, Reizungen und Rötungen. An Bauch und Pfoten keine Parasiten und Wunden.
- Nase. Ohne Risse und Krusten, sie läuft nicht. Ob sie feucht oder trocken ist, spielt keine Rolle: Bei einem gesunden Hund ist die Nase mal so, mal so.
- Zähne und Zahnfleisch. Das Zahnfleisch ist rosa und blutet nicht. Die Zähne sind gerade und weiß.
- Appetit und Verdauung. Frisst gern, erbricht nicht, hat keinen Durchfall.
- Körperbau. Proportioniert, der Welpe ist weder mager noch dick.
- Bewegung. Fließend, die Läufe sind gerade. Der Welpe gewöhnt sich schnell an Neues.
- Atmung. Gleichmäßig, ohne Rasseln und Husten. Wenn der Welpe sich bewegt, gerät er nicht außer Atem.
- Kot. Geformt, regelmäßig, ohne Blut und Schleim.
Impfungen und Würmer
In Deutschland impfen nur Tierärzte. Gegen Würmer werden die Welpen behandelt, noch bevor man sie abgibt. Wurden die Welpen im Dreck gehalten, müssen sie vielleicht noch einmal gegen Parasiten behandelt werden, zum Beispiel gegen Kokzidien.
Sozialisierung
Welpen, die im Haus aufgewachsen sind, kennen die Geräusche des Haushalts meist schon. Ein Toypudel wächst im Zimmer auf, bei den Menschen, deshalb muss man ihn nicht eigens sozialisieren. Das brauchen nur Hunde, die im Zwinger geboren wurden oder dort gelebt und wenig Menschen gesehen haben.
Quarantäne und Spaziergänge
Welpen kommen nicht nach draußen, solange sie nicht alle Impfungen haben und die Quarantäne danach nicht vorbei ist. In dieser Zeit gewöhnt man sie an Welpenunterlagen. Nach der Quarantäne muss der Welpe raus zum Spazierengehen.
Erfahrung des Züchters
Erfahrung ist wichtig, aber Wissen wiegt schwerer. Ein gewissenhafter Züchter lässt eine Hündin nicht zu oft decken: Die Regeln der FCI erlauben höchstens einen Deckakt im Jahr. In den deutschen Pudelklubs steht das in den Zuchtordnungen: Beim DPK soll eine Hündin nur einmal im Jahr werfen, und nach dem Belegen müssen bis zum nächsten mindestens 10 Monate vergehen. Dieselben 10 Monate verlangt der ADP.
Kaufen Sie nicht bei einem Züchter, der Ihre Fragen nicht beantworten kann oder bei dem Sie Zweifel haben.
Papiere
- Ahnentafel. Brauchen Sie für Ausstellungen und die Zucht. Der Klub stellt sie aus, nachdem er den Wurf abgenommen hat. Vor der Wurfabnahme werden die Welpen gechippt und geimpft – das verlangt zum Beispiel die Zuchtordnung des DPK.
- Heimtierausweis. Darin sind die Impfungen eingetragen. Sie brauchen ihn, um mit dem Hund ins Ausland zu fahren.
- Vertrag. Darin muss stehen, dass Sie den Hund zurückgeben können, wenn sich bei ihm ernste Gesundheitsprobleme zeigen.
Hund anmelden
Den Hund müssen Sie in Ihrer Gemeinde anmelden: So wird er für die Hundesteuer erfasst. In Deutschland gibt es diese Steuer in fast jeder Gemeinde, nur einzelne kleine verzichten darauf. Steuersatz und Anmeldefrist legt jede Gemeinde selbst fest. In Berlin zum Beispiel haben Sie dafür einen Monat nach dem Kauf Zeit. Wir raten außerdem, den Hund bei TASSO zu registrieren – das ist freiwillig und kostenlos.
Der Züchter meldet die Welpen nicht auf sich an, weil sie nur vorübergehend bei ihm leben. Das macht der neue Besitzer nach dem Kauf. Vom Züchter können Sie sich höchstens bestätigen lassen, dass seine erwachsenen Hunde angemeldet sind, zum Beispiel die Mutter des Welpen.
Quellen & Einordnung
- Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 Abs. 4: Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden
- Deutscher Pudel-Klub (DPK), Zuchtordnung: Eine Hündin soll nur einmal im Jahr werfen, Pause nach dem Belegen mindestens 10 Monate; Impfung und Chip vor der Wurfabnahme; Braun × Fawn ist verboten
- Allgemeiner Deutscher Pudelclub (ADP), Zuchtordnung: Pause nach dem Belegen mindestens 10 Monate, höchstens zwei Würfe in zwei Kalenderjahren
- FCI, International Breeding Strategies: Nahe Verwandte werden nicht verpaart
- Zooplus Magazin, Artikel von einer Tierärztin oder einem Tierarzt geprüft: Die Hundenase ist mal feucht, mal trocken
- KommunalWiki (Heinrich-Böll-Stiftung): Die Hundesteuer legen die Gemeinden fest, nur einzelne kleine Gemeinden verzichten darauf
- Service-Portal Berlin: Fristen für die steuerliche Anmeldung des Hundes
- TASSO: kostenloses Haustierregister
Quellen abgerufen am 12. Oktober 2026. Allgemeine Orientierung; keine individuelle Untersuchung oder Beratung.